Wirkungen der Sauna auf den Menschen
Wie wirkt die Sauna auf unseren Körper?
Wärmehaushalt, Körpertemperatur und Schweißproduktion in der Sauna
Im Wesentlichen ergeben sich die Saunawirkungen durch Wärme- und Kältereize auf den Körper. Die primäre Quelle der Wärmeabstrahlung sind die heißen Steine und die Außenfläche des Saunaofens, sekundär die Holzflächen der Wände und Bänke. Über etwa 2 m² Körperoberfläche und über die Atemwege gelangt die Wärme in den Körper. Die Hauttemperatur erhöht sich so auf 38 bis 42°C, die Körpertemperatur erhöht sich um 1 bis 2°. Diese Erhöhung ist von der Feuchtigkeit, der Luftbewegung, der Dauer des Aufenthaltes in der Sauna, der Körperhaltung (liegend, sitzend) und die Gewöhnung des Körpers an die thermischen Bedingungen der Sauna abhängig.
Die Sauna wird heute oft als Therapieunterstützung bei bestimmten Krankheiten verwendet, hierbei wird das Wechselspiel der kalt-warm Effekte ausgenützt.
Beim Verdunsten von Schweiß wird Energie verbraucht, ungefähr 600 Kilokalorien pro Liter verdunstetem Schweiß werden dem Körper entzogen.
In der Aufwärmphase
Die Schweißabsonderung tritt im Normalfall etwa zwei bis drei Minuten nach dem Betreten der Sauna ein. Bei jedem Gang in die Sauna werden etwa 20 bis 40 Milliliter Schweiß pro Minute abgesondert, davon verdunsten rund 10 ml pro Minute, die größere Menge rinnt am Körper ab. Das heißt, dass bei einem Saunagang von ca. 15 Minuten etwa 400 bis 600 ml Schweiß abgegeben werden. Doch woher kommt das ganze Wasser? Auf Grund anatomischer Verhältnisse beim Menschen, stammt die Flüssigkeit, welche die Schweißdrüsen ausscheiden aus den Blutgefäßen und aus dem Gewebe, das diese Drüsen umgibt.
Der sogenannte „Entschlackungsvorgang“ durch die Sauna lässt sich durch die mit dem Schweiß ausgeschiedenen Schlackenstoffen und auch durch die nachfolgende Entgiftung des Blutes durch Leber und Nieren erklären.
Vitaminreiche und mineralstoffhaltige Getränke, sowie Gemüse- und Fruchtsäfte sollten unverzichtbar für den Saunagänger sein. Entscheidend ist aber, dass während des Saunabesuches nicht zu viel Flüssigkeit zu sich nimmt, da der Organismus das Wasser dann aus dem Magen-Darmtrakt und nicht aus dem Gewebe entnimmt. Das heißt, man würde somit auf einen Teil des Entschlackungseffektes durch die Sauna verzichten. Die Flüssigkeitszufuhr in größeren Mengen sollte daher erst einige Stunden nach der Sauna erfolgen.
In der Abkühlungsphase
Zuerst sollte die frische Luft aufgesucht werden, da die kältere Luft auf Haut und Atemtrakt wirkt und der Körper Wärme an die kühlere Umgebung abgibt. Der Kältereiz wird durch Kaltwasseranwendungen oder Wälzen im Schnee verstärkt. Die Anwendung sollte mit einem ¾“ Schlauch erfolgen, wobei das Wasser breitflächig über die Haut rinnen muss, um ihr rasch viel Wärme zu entziehen. Falsch ist die Anwendung einer Dusche mit dünnen, scharfen Wasserstrahlen.
Das Herz-Kreislaufsystem
Das Pulsverhalten in der Sauna
Der Puls erhöht sich von ursprünglich 60 bis 80 Herzschlägen pro Minute vor dem Saunagang auf 85 bis 120 Schläge pro Minute am Ende der Aufwärmphase, bei fünf bis 15 Minuten Aufenthalt in der Sauna.
Durch die Abkühlungsphase sinkt der Puls nach längstens 5 bis 10 Minuten nach dem Verlassen der Sauna wieder auf den Ausgangswert ab.
Fakt ist, dass die Pulserhöhung im Liegen weniger ausgeprägt ist, als im Sitzen oder Stehen. Im Stehen kann sich die Pulsfrequenz auf bis zu 130 pro Minute und mehr erhöhen, im Liegen nur auf etwa 100 pro Minute. Für Saunaneulinge wird daher die liegende Position empfohlen. Die Herz-Kreislauf Belastung entspricht einer Arbeit von 25 bis 58 Watt, ist also deutlich unter der, die zum Beispiel Lauftraining an kalter Luft hervorruft.
Der Atemtrakt
Durch das Einatmen gelangt die heiße Luft der Sauna in die Atemwege und breitet sich dort aus. Dadurch wird das Gewebe auf 42 bis 43° erwärmt und somit besser durchblutet und aktiviert. Des Weiteren wird die Schleimproduktion gesteigert, dieser Schleim enthält Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger enthält, die glatte Muskulatur der Bronchien wird entspannt und die Atemwege werden somit erweitert.
Ist die Sauna zu trocken und heiß, können die Bronchialschleimhäute austrocknen und es kommt zum Hustenreiz, dies kann durch einen Aufguss oder Befeuchtung der Saunaluft verhindert werden.
Das Abwehrsystem
Im Zusammenhang mit der Sauna wird oft auf die Steigerung der Aktivität der körpereigenen Abwehr hingewiesen und daraus eine krankheitsverhütende Wirkung der Sauna abgeleitet. Welche Zusammenhänge zwischen Sauna und Abwehrsystem sind gesichert?
Die Zunahme der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) wurde bei Überwärmung des Körpers festgestellt. Dies ist insofern positiv, da diese krankmachende Viren und Bakterien abwehren.
Durch Untersuchungen, wurde festgestellt, dass durch die Sauna die Abwehrleistung der oberen Atemwege gegen Infektionskrankheiten gesteigert wird. Die Beschleunigung des Heilungsprozesses bei abklingenden grippalen Effekten wird auch durch Experten bestätigt. Hingegen den Gang in die Sauna im Beginn oder im akuten Stadium eines Infekts zu wagen, ist wegen der Kreislaufbelastung strikt abzulehnen.
Das „Seelenleben“
In der heutigen Zeit suchen wir oft nach Gelegenheiten, um unserem stressigen Alltag entkommen.
Die charakteristische Reihenfolge der Sauna von warm und kalt verfehlt hier nicht Ihre Wirkung. Dieses Wechselspiel von Anspannung und Entspannung gemeinsam mit Erfrischung gipfelt schließlich in dem, was man als „Erholung“ bezeichnet. Kurz gesagt: Anspannung + Entspannung + Erfrischung = Erholung. In der Sauna fühlt man sich wohl, erholt sich und hat die Gewissheit, etwas Positives für seinen Körper getan zu haben.
Der regelmäßige Besuch in der Sauna bringt früher oder später eine Änderung der Lebensweise mit sich – man lebt gesünder und bewusster. Im Laufe der Zeit, wird die Ernährung ausgewogener und vernünftiger, Bewegung an der frischen Luft wird häufiger und die Stressvermeidung in Beruf und Alltag wird zum Lebensprinzip.


